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Modellbahn-Loklift-Vitrine

Neben meiner N-Anlage soll an der Wand eine Vitrine hängen, in die die Züge nach ihrem schweren Arbeitstag einen würdigen Feierabend bis zum nächsten Wochenende haben können und dabei immer einen Blick wert sind. Außerdem habe ich keine Lust, jedesmal alle eingesetzten Zuggarnituren abzuräumen, bevor ich die Anlage hochklappe. Ja, ich habe eine Klappanlage und bin darauf angewiesen, dass nichts lose auf der Anlage verbleibt.

Ich hatte schon einmal einen kleineren Loklift gebaut. Nach dem Umzug in eine neue Wohnung sollte eine größere Variante an die Wand. Schließlich waren alle vier Gleise der ersten Version belegt und ich habe durchaus vor, weiteres Rollmaterial anzuschaffen. Also war ich wieder im Baumarkt und habe die Teleskopschienen inspiziert...

Der neue Lift verteilt neun Gleise auf einer Gesamthöhe von 55cm bei einer Gleislänge von 90 cm und hat einen Verfahrweg von insgesamt etwa 1,20m.

 

Rohbau

Montage Trassenbretter
Teleskopschiene

Für den neuen Lift habe ich als Basis eine dünne 4mm MDF-Platte verwendet. Die ist zwar allein recht wabbelig, aber wiederum so dünn, dass die späteren "Trassenbretter" die Platte gerade ziehen. Die Trassenbretter sind 10x30x900mm Kiefernleisten, die ich im Baumarkt einzeln ausgesucht habe, damit sie schön gerade sind.

Die Position der Leisten wurde zunächst auf der Rückseite eingezeichnet. Bei der Montage wurden die Leisten mit Zwingen und Abstandklötzchen fixiert und mit kleinen Schräubchen angeschraubt.

Als Linearlager habe ich, wie beim ersten Lift, Schubladenauszüge verwendet (ich nenne sie mal Teleskopschiene, keine Ahnung, wie's richtig ist). Diesmal auch recht große, die ich aneinander geschraubt habe, um die doppelte Auszugslänge zu erreichen. Schließlich müssen ja alle Abstellgleise ans Anschlussgleis gefahren werden können; das ist ein ziemlicher Höhenunterschied. Sie wurden außerdem modifiziert, sodass ihr Anschlag später erfolgt und sie noch weiter ausgezogen werden können. Der Probeaufbau machte einen sehr stabilen Eindruck und zeigte kein Verwinden oder Kippen, sodass ich nur eine Teleskopschiene in der Mitte der Konstruktion vorgesehen habe. Später an der Wand hat sich gezeigt, dass sie sich immerhin so weit verwindet, dass beim Anschlussgleis zusätzlich eine Führung nötig wurde. Vielleicht rüste ich später eine ganze Führungsschiene nach, damit es auch weniger schaukelt. Bis jetzt bin ich aber zufrieden, weil es erstmal funktioniert wie es soll.

 

Antrieb

Gewindekupplung
Platzierung
Montage
Widerlager
Motorgetriebe
Motor

Für den Antrieb wurde wieder auf eine Gewindestange zurückgegriffen. Da der ganze Lift über 2kg wiegt, habe ich eine 2m lange M8-Stange besorgt, da eine M5-Stange (die hatte ich da) unter der Last weggeknickt ist. Die Gewindestange steht diesmal fix auf einem Axialkugellager, wodurch auf den Motor am oberen Ende keine Druck/Zug-Kräfte auftreten. Der Lift fährt mittels Gewindekupplungen an der Gewindestange entlang. Dazu sind die Kupplungen (eigentlich nur sehr lange Muttern) am Lift befestigt. Einerseits wurden die Kupplungen mit einer M3-Verschraubung an der Grundplatte befestigt, wozu ich quer in die Kupplung ein Gewinde geschnitten habe. Außerdem wurden sie mit 2k-Kleber mit der Teleskopschiene verklebt.

Da die ganze Konstruktion recht schwer ist, konnte mein alter Schrittmotor mangels Kraft nicht wiederverwendet werden. Es wurde daher ein 50:1 Getriebemotor montiert. Ich hatte einfach mehrere verschiedene bestellt und das Optimum aus Kraft und Geschwindigkeit durch Probieren gefunden (und die anderen zurückgeschickt). Da es sich um einen 12Vdc-Motor handelt, kann ich später noch einen größeren DCC-Decoder anschließen.

An den Getriebemotor habe ich ein Kardangelenk aufgezogen, was einerseits die Frage der Verbindung Stange — Motor prinzipiell löst und andererseits auch den Lärmpegel reduziert (siehe auch die Erfahrung von Serge von Weber). Der Getriebemotor ist leider relativ laut. Als weiteren positiven Nebeneffekt reduziert das Kardangelenk den Stromverbrauch gegenüber einer starren Kupplung in meinem Fall von rund 1A auf 0.6A.

 

Elektrik

Die Ansteuerung besteht im einfachsten Fall lediglich aus einem tastenden zweipoligen Umschalter 2x(EIN)-AUS-(EIN).


Alternative Ansteuerung

DCC-Decoder

Ich habe mittlerweile einen einfachen DCC-Decoder auf den Motor geklebt. Dazu habe ich mich für den preiswerten Tams LD-G-32 entschieden. In den Motoranschluss habe ich einen 0,75A Kaltleiter (Multifuse) eingefügt und an den Decoder noch einen 100µF Pufferkondensator. Der Kondensator liefert Lastspitzen, die durch Dreck oder andere Mechaniksorgen an der Gewindestange entstehen. Der Kaltleiter schütz den Decoder wirksam vor Überlast. Ich hatte nach einer kurzen Strommessung erst einen 0,5A Kaltleiter benutzt, nach zwei Etagen Fahrt kam der Lift aber zum Stehen, der Motor benötigt also etwas mehr als 0,5A. Mit dem 0,75er läuft der Lift über den ganzen Weg durch. Der Decoder wurde abgesehen von seiner Adresse mit den nachfolgenden Parametern programmiert. Die besondere Kennlinie erlaubt mir die feinfühlige Steuerung mit Stufe 1, langsame Fahrt mit Stufe 2 und volle Fahrt mit Stufe 3. Damit macht das Steuern des Lifts mit meinem ESU Navigator richtig Spaß.

CV 2 (Ustart)20
CV 3 (acc)3
CV 4 (dec)1
CV 5 (Umax)250
CV 29 (config)19 (inv. Richtung, 28 Stufen, Alternative Kennlinie)
CV 67 bis 94 (Kennlinie)20, 100, 250, ... 250
alle anderendefault-Werte von Tams

Finish

Wirrwarr
Ordnung
An der Wand

Die Gleise mussten aufgeklebt werden, während der Lift an der Wand hing, sodass sie mit dem Anschlussgleis der Anlage übereinstimmen. Danach wurden alle ihre Anschlusslitzen verbunden und eine längere Leiterschleife angeschlossen. Letztere wird durch eine aufgefädelte Mutter langgezogen, damit sie sich nicht verheddern kann. Ein kleiner Kabelkanal führt den Anschluss zusammen mit der Leitung des Motors zur Anlage wo beide entsprechend angeschlossen werden.

 

Und noch ein kleines Video:

Updates

Ich war mit den Teleskopschienen bei 2m Fahrweg nicht dauerhaft glücklich. Der ganze Lift hat stark vibriert und geschaukelt. Erste Gegenmaßnahme waren Rollen an der Wand in Höhe des Gleisanschlusses an der Anlage, sodass dort der Lift auflag und wenigstens der Gleisanschluss immer stimmte. Aber vor einiger Zeit habe ich dann doch vernünftige Linearführungen von IGUS eingesetzt. Ich habe zwei Stück, also an jeder Seite, der www.igus.de/wpck/2002/DryLin_W_Einzelschiene_rund verbaut, die es in beliebiger Länge auf Maß geschnitten gibt. Ich habe einfach direkt beim Hersteller angefragt und gekauft. Der Antrieb basiert immer noch auf dem Getriebemotor und einer Gewindestange, die es mit maximal 2m Länge im Baumarkt gibt. Die Geschwindigkeit ist durch die geringe Gewindesteigung daher endlich. Linearspindeln sind aber einiges teurer. Die Gewindestange steht nach wie vor mit Kontermutter und Scheibe auf einem Axiallager und trägt dort die ganze Last.


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