Modellbahnecke

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Modelle altern

Nachdem ich die Vitrinendioramen "fertig" habe, suche ich immer wieder Ideen für meine neue Anlage. Dabei bin ich bei diversen Webseiten auf wunderbar gealterte Modelle von Loks und Wagen gestoßen, die einen extremen Anteil an der Glaubwürdigkeit der dargestellten Szenen haben (siehe z.B. bei finescale.org oder bei meine-n-welt.de).

 

Wirklich gute Erläuterungen zu den Techniken habe ich dagegen länger gesucht, aber doch bei ph-modellbau.de gefunden. Nachdem ich mich nun lange belesen habe und zum Geburtstag ein Airbrush-Set geschenkt bekam, wollte ich mich nun an mein erstes Experiment setzen und habe den hässlichsten Wagen aus der Vitrine geholt, mit der Erwartung ihn hinterher wegzuschmeißen. Doch es kam ganz anders...

 

Nummer eins, ein Gbs

Mein erster Versuch galt einem moosgrünen Gbs? vermutlich aus tschechischer Fertigung. Er hatte die Farbe des Tillig 14140, leider habe ich vor der Lackierung kein eigenes Foto zur Abschreckung gemacht. Den Gbs habe ich zunächst komplett zerlegt und auf den Wagenkasten mit Airbursh die Revell-Grundierung aus der Email-Basic-Reihe aufgebracht. Der Unterbau wurde zum Vergleich aus der Sprühflasche Basic Color, ebenfalls von Revell, grundiert. Letzteres war sehr klumpig, weil die Flasche entweder sehr lange im Laden lag oder ich zu kurz geschüttelt habe.

Nach dem Trocknen der Grundierung habe ich testweise ein Feld des Kasten mal Braun (Revell 36185) bemalt und eines mit Kaminrot (Revell 36136), was man im Bild noch durchschimmern sehen kann. Da mir das Braun zu hell und gelblich war, habe ich den ganzen Kasten dann mit Lederbraun (Revell 36184) bemalt, allerdings so dünn, dass teilweise die helle Grundierung durchscheint. Das Dach habe ich von innen nach außen mit Geschützgrau (Revell 36174) gestrichen. Die Details des Kastens habe ich durch Trockenmalen (siehe nochmal ph-modellbau.de) mit Schwarz (Revell 36108) hervorgehoben. Dabei sind einige Spuren auch auf's "Holz" gekommen, vor allem wurden aber die Versteifungsstreben und die Lukenhebel betont. Außerdem bekam das Dach eine abgenutzte Kante.

Die Luken und Lukenklappen, sowie der Unterbau wurden als separates Teil herausgenommen und mit Bronzegrün (Revell 31165) airbrush-lackiert. Dadurch erhalten diese einen metallischen Eindruck.

Der Unterbau wurde zunächst mit Schwarz intensiv trockenbemalt, damit es eher schmutzig aussieht. Dann habe ich mit Orange (Revell 36130) den Radbereich berostet. Dabei habe ich mit einem kleinen Pinsel zunächst auf die Bremsbacken getippt und den Rest locker über die gesamte Feder/Aufhängungsgeschichte gestrichen. Danach wurde dieser Bereich mit Rost (Revell 36183) fertig trockenbemalt. Die Räder habe ich ebenfalls mit Rost gestrichen.

Zum Schluss wurden alle Teile (außer Räder) wieder eingesetzt und der ganze Wagen mit matten Klarlack (Revell 31702) aus der Airbrushpistole fixiert.

 

Noch zwei gedeckte, zwei kurze Gs

Ermutigt durch das in meinen Augen hervoragende Ergebnis mit dem Gbs, habe ich gleich die kleinen Gs? vom selben Diorama geholt und der gleichen Kur unterzogen. Der eine war weiß wie Tilligs Kühlwagen 14108 der andere ähnelte Tilligs 14147. Auch hier fehlen mir leider die Vorherfotos.

Die beiden Wagen haben wie gesagt die selbe Kur wie der Gbs bekommen, allerdings ohne Grundierung. Bei dem linken habe ich das schwarze Trockenmalen des Kastens so intensiv betrieben, dass deutliche Spuren auf dem "Holz" zurückblieben. Bei dem rechten kam noch ein Trockenmalgang mit dem Bronzegrün dazu, sodass das "Holz" etwas schimmelig aussieht. Das Rosten der Radlager/Bremsengeschichte ist mir hier noch besser gelungen.

 

Und zwei offene Es

Bei den Es? handelt es sich um Tilligs 14240, also Es (Ommu) Epoche IV der DR, allerdings nicht ganz so gelblich wie Tilligs Foto sondern in dunklerem Rotbraun. Auch hier fehlt mir das Vorherfoto meiner Modelle. Da sie die an sich richtige Grundfarbe hatten, habe ich sie gleich mit stark verdünntem Orange bepinselt, sodass sich die Farbe hauptsächlich in den Vertiefungen und Kanten sammelt. Dabei muss der Wagen auf eigenen Füßen stehen, damit die wässrige Farbe auch natürlich nach unten läuft. Vor allem im Bereich der Türen ergibt sich so ein herrlich rostiger Eindruck. Nach langem Trocknen wurde wieder mit schwarz trockengemalt. Die Radaufhängung/Bremsengeschichte wurde wieder mit Orange und Rost behandelt wie schon bei den Vorgängern. Nach dem Zusammenbau (Ohne Räder) habe ich noch mit Weiß (Baumarktfarbe) Schnee simuliert. Dabei habe ich den Pinsel fast so stark wie zum Trockenmalen ausgestrichen und dann immer nur in der selben Richtung (entgegen der Fahrtrichtung) auf die Wagen gestrichen. Dadurch bleibt an den Versteifungsstreben nur auf einer Seite Schnee hängen.

Da bei dem rechten Wagen, die Rostisierung des Wagenkastens stärker ausgefallen ist, hat der die Schrottladung zu fahren. Bei dem anderen passt die Kohleladung zur stärken Rußbildung an den Seitenwänden.

Auch hier bildet Klarlack aus der Airbrushpistole die Deckschicht.

 

BR 23.10003

Vorher
Nachher

Zu Weihnachten 2009 bekam ich von Vati eine BR23? aus Zeukes Produktion geschenkt. Die Lok war sehr gut erhalten und glänzte wo sie nur konnte. Da ich sie lediglich in meine Vitrine auf ein Diorama stellen kann, habe ich die Funktionsfähigkeit nicht mal getestet und bei der Alterung zu Gunsten des Führerstanddurchblicks und der einfachen Handhabung beim Lackieren auch komplett aufgegeben. Da die Lok auf dem Winterdiorama viel zu sehr nach Plastik glänzte, habe ich sie schon nach kurzer Zeit komplett zerlegt und entfettet. Jetzt (zwei Monate später) hatte ich Zeit gefunden, sie zu behandeln.

Den Unterbau habe ich zunächst komplett mit Bronzegrün (Revell 31165) airbrush-lackiert, ebenso Gestänge und Räder. Auf eine Grundierung habe ich verzichtet. Beim Tender habe ich den schwarzen Kasten abgeklebt und den angedeuteten roten Unterbau ebenfalls Bronzegrün lackiert. Nach dem Trocknen habe ich den Unterbau zusammengebaut und das Gestänge montiert. Nun habe ich mit wässrigem Orange (Revell 36130) alle "Metallteile" der Lok und des Tenders berostet, sodass vor allem in den Fugen und Kanten Rostspuren entstanden. Beim Lokaufbau kam noch das ziemlich braune Rost (Revell 36183) dazu. Insgesamt hinterlässt die Lok jetzt zwar einen fast militärischen Eindruck, aber vielleicht haben meine Museums-Cluber einfach noch nicht die Zeit gehabt, die aus Altteilen zusammengesammelte BR23 zu lackieren ;-) Dennoch steht sie auf dem Diorama jetzt mit den beiden Es im Güterdienst.

Den Abschluss nach endgültiger Montage, bildet das Auftupfen von schwarzem Glanzlack (Revell 31107) an den Stellen, die meiner Meinung nach gut geschmiert sein sollten und deswegen ölig auszusehen haben.

 

Ein ganzer Satz Ou (Kokspendelverkehr)

Vorher
1
2
3
Nachher
 

Neulich habe ich gleich einen ganzen Satz Fleischmanns 8712 gekauft, einen kurzen offenen Güterwagen (Ou) aus dem DR-Kokspendelverkehr. Bei allen habe ich mit einem Q-Tip mit Verdünnung die Beschriftung des VEB Leuna-Werke entfernt und die restliche Beschriftung unterschiedlich stark abgenutzt. Die Seilhaken und die Griffe habe ich Gelb (Revell 36115) gestrichen. Danach kam meine schon übliche Alterung der Radfedern und Bremmsklötze mit nassem Orange (Revell 36130). Zum Schluss habe ich den Aufbau der Wagen ebenfalls mit sehr wässrigem Orange, aber auch Rost (Revell 6183) behandelt. Jeden Wagen etwas anders, wie man in der Gesamtdarstellung schön sehen kann.

 

Omm als Bahndienstwagen

Vorher
Halterung
Nachher
Einsatzzug

Nachdem ich zwei Reinigungszwerge von Noch (60158) an einen Güterwagen gesteckt hatte war ich mir zunächst unklar, ob ich ihn in einem normalen Güterzug einstelle sollte. Dann dachte ich, die Schienenreinigungslok (Fleischmann 7968) könnte diesen Wagen mit über die Strecken ziehen, und so habe ich beschlossen, den Wagen auch im Gelb der Bahndienstwagen zu lackieren. Dazu wurde der Wagen in Oberbau und Untergestell zerlegt. Das Untergestell bekam die übliche Behandlung mit Orange (Revell 36130) zur Rostdarstellung an Federn und Bremsen. Dann habe ich Gelb (Revell 36115) mit einem Drittel Wasser verdünnt und mit hohem Druck und wenig Farbe per Airbrush in mehreren dünnen Schichten auf den Oberbau aufgetragen. Das schwarze Etikettenfeld links unten habe ich vorher mit Klebefilm abgedeckt. Beim Farbauftrag half eine kleine Haltehilfe mittels Schaumstoffstückchen, dass auf einer Schraube sitzt und in den Wagen passt. Nach dem Antrocknen (1h) habe ich die diversen Scharniere, Hebel und Griffe mit einem schwarzen Fineliner nachgezogen. Airbrush mit Klarlack rundet das kleine Wochenendprojekt ab.

 


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